Nord/West/Borbeck, 11.02.2010, Michael Heiße
Borbeck. Die Wiege der Borbecker Halblang-Figuren steht in Frillendorf an der Manderscheidtstraße. In den Werkshallen der Westdeutschen Metallhandel Essen GmbH hat die Produktion begonnen.
Geschäftsführer Friedrich W. Hermann begrüßt seine Gäste mit einem freundlichen Lächeln und einem kräftigen Händedruck. Kein Zweifel: Hier wird angepackt. Und dies ist gut so, denn 100 Aluminium-Männchen fertigen sich schließlich nicht von allein.
Das Lokalkolorit steht zwar im Vordergrund, doch die Produktion der Kleinserie ist international: Ein feiner Wasserstrahl, versetzt mit einer Spur Sand aus dem fernen Australien schneidet die von Künstler Günter Steinmann erdachte Form aus. Exakt drei Figuren finden materialsparend auf jeder der vier Millimeter starken Blechtafeln Platz, die extra aus Österreich angeliefert wurden.
„Wir arbeiten hier mit Wasserdruck von rund 3500 bar“, erklärt Friedrich Hermann. „Der Sand wirkt dabei ähnlich wie der auf Schmirgelpapier.“ Mit einer ähnlichen Maschine schneidet man übrigens in der Lebensmittelindustrie Fischstäbchen. „Allerdings ohne Sand“, erklärt der Experte.
Zu Beginn wird das Herz ausgesägt. Gearbeitet wird also von innen nach außen, um die Stabilität beim Schnitt zu wahren. Bis eine solche anderhalb Meter hohe und einen Meter breite Figur fertig ist, vergeht eine Viertelstunde.
„Wir wussten anfangs nicht, welches Material sich eignet“, sagt Friedhelm Klix. Doch Günter Steinmann, der oft mit Plexiglas und Aluminium arbeitet, wusste Rat. Ein Beispiel dafür ist die große Elektrik-Skulptur vor der Gruga, Messeausgang Nord.
Die Figuren werden nach Zuschnitt grundiert, damit die Acrylfarbe gut haftet“, sagt Steinmann. Im März werden die ersten Exemplare an die Schulen geschickt. Vorher können sich die Kinder Skizzen von der Website herunterladen. Die Arbeit mit den Kindern sei ihm besonders wichtig. „Deshalb habe ich auch zugesagt“, erklärt Steinmann. Die Form der Figuren sei zwar infantil, aber bietet großes gestalterisches Potenzial: „Wir können die Skulpturen im Spalier aufstellen. Immer im Wechsel mit den Kindern.“ Oder man lässt sie einen Kreis beschreiben, als ob sie sich an den Händen halten.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/nord_west_borbeck/Borbecker-Halblang-id2544113.html